MATERIALDIGITAL   •   ein Kabinett  

Im zu schaffenden Raum werden ein paar alltägliche Gegenstände und ausgewählte Raritäten zu finden sein: ein Büchsenöffner, ein Blatt aus einem Herbarium, eine Skulptur, eine Landkarte, eine Walnuss - alles reale Sachen aus dem Fundus des Autors, gegebenenfalls ergänzt durch Exponate der veranstaltenden Institution.

Die ausgestellten Sachen sind auch in einer digitalen Datenbank vorhanden und können über einen Laptop via Beamer auf die Wand projiziert werden. Die physisch anwesenden Exponate werden so mit ihren digitalen Kopien aus dem Computer ins Spiel gebracht. 

Ausserdem ist der Autor/Performer anwesend, der sich von Zeit zu Zeit  erzählend, agierend einmischt. Er lädt die Gäste zum Benutzen und  Assoziieren ein und zettelt Gespräche an. Die Exponate und ihre digitalen Stellvertreter kommen so über den Autor mit dem Publikum ins Spiel. Die ausgestellten Sachen haben Knotenfunktionen im Gefüge des Kabinetts und werden als vielfältige, geschichtenträchtige Vernetzer von Ideen erlebbar. 

Die ins Kabinett Eintretenden finden sich zwischen drei Welten: den realen Exponaten, den Projektionen aus dem Computer und den Aktionen von Publikum und Autor. Die Gäste können ihre Ideen über die Sachen austauschen, den Autor befragen oder den Computer bedienen und so in das mehrschichtige Gefüge eintauchen. Über den Laptop navigieren sie nach eigenem Interesse und Zeitbudget durch die digitale Welt und kommen mit jedem Klick auf eine neue Seite mit Bildern, Texten, Musik und Filmsequenzen. Indem sie bestimmte Worte, Grafiken, Fotografien anklicken, entscheiden sie, wohin die Reise weitergehen soll. Sie surfen ähnlich wie im Internet, aber die Welt ist viel kleiner: fast nur der Innenraum eines Gehirns. 

Als Orte für das geplante Kabinett kommen klare, nicht zu volle Räume in Archiven, Bibliotheken, Museen aller Art in Frage. Dabei können auch Sachen aus diesen Institutionen ins Spiel integriert werden. Solange sich keine Interessenten bemerkbar machen, präsentiert der Autor von Zeit zu Zeit die Idee im eigenen Raum.

© Walter Siegfried, Stand März 2024 

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