Situative Gesänge 

       

Johannes Brahms: O wüsst ich doch den Weg zurück ... München-Giesing 2009
© Foto Franz Kimmel













Kurzbeschreibung


Der Anfang dessen, was jetzt unter dem Begriff „Situative Gesänge“ zusammengefasst wird, war ein Auftrag für die Lauterbacher Mühle. Die private Herz-Kreislauf-Klinik liegt inmitten eines wunderbaren Naturschutzgebietes am Grossen Ostersee im Süden von München. Als ich zum ersten Mal über das Gelände ging, keimte bald der Wunsch auf, Schubert in diese Landschaft hineinzusingen. Ich wählte mehrere Stationen aus und überlegte mir genaue Bild-Ausschnitte, die das Publikum während eines Liedes jeweils sehen sollte. Da das Publikum sich meist im Halbkreis um den Sänger herum formiert, kann man die Blickrichtung und damit das Bild zum Lied recht gut definieren. Am Ostersee war das etwa ein vermooster Brunnen, ein Bächlein, der weite Blick auf den See, das enge Umstelltsein von Bäumen, das Mühlenrad, ein Rosenbusch oder das verlorene Stehen auf weiter Wiese. Zu diesen Bildern hatte ich Lieder ausgewählt, die den Blick einerseits in die Landschaft hinausbegleiteten dann aber auch immer wieder zu den Hörenden selbst zurückführten. Die Begleitungen für die ausgewählten Lieder hatte ich zusammen mit meinen Pianisten vorproduziert und dann auf einem Cassettenplayer in der Abfolge der Stationen angeordnet. Der Player war mit zwei kleinen Aktivboxen verbunden, die in einem speziell für diese Aktion konstruierten Trichter aus festem Karton eingebaut waren. Mit dieser leichten Konstruktion war ich sehr frei und konnte meinen Live Gesang zusammen mit der Begleitung aus dem Trichter in die Landschaft giessen. Die Aktion gefiel; sie wurde mehrmals wiederholt und ich begann das Prinzip auch auf andere Orte anzuwenden. Zunächst vor allem auf Wessobrunn, wo Kloster, Gasthof zur Post und das Umfeld spannende Veduten anbieten und wo die reiche Geschichte auch viele musikalische Assoziationen eröffnet. Durch den Wechsel von Innen- und Aussenräumen wurde hier auch zum ersten Mal der Hall der verschiedenen Räume ganz klar thematisierbar. Die gleiche Stimme erklang je nach Baumaterialien und Grösse der Räume immer anders. Auch gehörten zu diesen Räumen oft eindeutige Geräusche, die in die Gesamtwirkung mit einbezogen werden konnten. Von da an zeigten mir Auftraggeber immer wieder andere Orte, die mir verschiedenste Melodien zuspielten. Hier einige der besungenen Situationen:    

Der Stierenmarkt in Zug,
die Altstadt ums Cabaret Voltaire in Zürich,
die Donnerbergerbrücke in München,
Strobl am Wolfgangsee,
Rotis im Allgäu,
Gropiusstadt in Berlin,
der Schlosspark von Hellbrunn bei Salzburg,
Ibm bei Salzburg,
Meran im Südtirol,
Universitätsanlagen in München,
Tutzing am Starnberger See,
die Mittelburg über Neckarsteinach ...

ARBEITSSCHRITTE

Der Sänger und Performer Walter Siegfried entwickelt für den Autraggeber je nach Situation einen spezifischen Spaziergang mit 6-8 verschiedenen musikalischen Stationen. Gesamtdauer nach Absprache.

a) Vorarbeiten
Besuch vor Ort, Gespräche
Auswahl der Stationen
Entwurf des Weges
Repertoire-Recherche
Einstudieren der neuen Stücke mit Pianist
definitive Entscheidung von Repertoire und Weg
Einspielung der Begleitungen (mit Pianist im Tonstudio)
Herstellung der Soundfiles für Spaziergang
Herstellung (falls gewünscht) von Programmfolder

b) Auftritt
Übungsphase Repertoire mit Technik
Bereitstellung Technik (Lautsprecher-Rucksack vgl. Bild)
Anreise mit Materialien
Check und Lagerung
Wege und Stationencheck
Letzte Absprachen vor Ort
Auftritt

Der definitive Preis hängt besonders auch von der Frage ab, ob und ggf. wie viele neue Stücke ins Repertoire aufgenommen werden müssen. Für die Recherchenreise ist ein frühzeitiger Kontakt mit dem Veranstalter hilfreich. Ideal ist für eine solche Recherchenreise auch der (nach Möglichkeit vom Veranstalter hergestellte) Kontakt zu Personen, die mit dem Ort sehr vertraut sind.


Mit bestem Dank für das Interesse

Dr. Walter Siegfried, Fäustlestrasse 8, D - 80339 MÜNCHEN, Tel.: 0049-89-50-33-08
www.ariarium.de / siegfried@ariarium.de